„Planetarisches Bewusstsein“ – Wie Tschingis Aitmatow Europa und die islamische Welt verbindet

„Planetarisches Bewusstsein“ – Wie Tschingis Aitmatow Europa und die islamische Welt verbindet

Am 16. Januar 2019 konnten wir Frau Dr. Irmtraud Gutschke bei uns im DRKI begrüßen. Frau Dr. Gutschke ist viel gereist, um mit dem kirgischstämmigen Schriftsteller Tschingis Aitmatow mehrfach zu sprechen. Ein wahrer Segen für alle Interessierten. Sie berichtete von Ihren Treffen mit Aitmatow. Bewunderswert war über die vielfältige Arbeit von Aitmatow zu erfahren. Er hatte zum Beispiel zu Zeiten des Kalten Krieges  Publizisten (Multiplikatoren) zu sich zum Issyk-Kul See eingeladen, um über den Weltfrieden zu sprechen. Aus dieser Idee entstand das Issyk-Kul-Forum entstanden, an welchem auch Frau Dr. Gutschke teilgenommen hat.

Frau Dr. Gutschke berichtete des Weiteren über die verschiedenen Werke von Aitmatow und seinem Heimatland Kirgisistan. Kirgisistan ist seit der Islaminisierung im 10. bis 19. Jahrhundert bis heute eher muslimisch geprägt. Zeit seines Lebens setzte sich Aitmatow für den Weltfrieden und sprach vom „Planetarischem Bewusstsein“, dass alle Völker auf einem Planeten leben und sich entsprechend verhalten sollten.

Nach dem Vortrag von Dr. Gutschke haben die Teilnehmer die Chance genutzt und sich über Europa und die islamische Welt sowie ihre jeweiligen Meinungen auszutauschen. Ein Abend der die vielfältigen Perspektiven zu Europa, Deutschland, Sachsen, Dresden und dem Island zeigte.

Weitere Impressionen des Abends.

„Schneesturm“ in Dresden – herzlich willkommen!

Kunst verbindet – ARTCONNECTSPEOPLE

Der Oktober in diesem Jahr war reif an Theateraufführungen aus Russland. Die Idee, dass die Kunst zum besseren Verständnis verschiedener Kulturen beiträgt, wurde dem Partnerprojekt von Baschkortostan, Deutschland und Niederlande zu Grunde gelegt und den Namen „Kunst verbindet“ gegeben.

2008 wurde das Projekt vom UNESCO Komitee der Russischen Republik Baschkortostan initiiert und konzeptioniert. 2013 wurde dieses Projekt im UNESCO-Hauptquartier in Paris vorgestellt. Es ist eine Netzwerkinitiative deutscher, baschkirischer und niederländischer Bürger. Die Aufführung in Dresden wurde von ДРУЖБА-DRUZHBA Dresden Hochschulgruppe an der TU Dresden unterstützt. Eine herzliche Beziehung verbindet das DRKI mit DRUZHBA, mit Freude haben wir die Aufführung des „Schneesturmes“ von Alexander Pushkin in der St. Pauli Ruine besucht. Die Darstellung der Schauspieler und die Regie des Staatlichen Akademischen Russischen Dramatheater der Republik Baschkortostan kann man nur bewundern! Die Aufführung wurde glänzend vom Amsterdam Consort, das aus baschkirischen und niederländischen Musikern bestand, begleitet.

Ein hervorragender Abend voller Wärme und Freude! Kein Zweifel: Kunst und Kultur bringt Menschen zusammen!

https://www.facebook.com/drkidresden/videos/271081503541326/

Wer das Stück nachhören möchte, ist hier herzlich willkommen:

„Tschechow. Heiratsantrag“ in Dresden

Das Theater des Jungen Zuschauers „Nebolshoi Theater“ aus Uljanowsk war am 17. Oktober zu Gast im Deutsch-Russischen Kulturinstitut in Dresden.

Die Gastspiele des Theaters wurden dank der Unterstützung des Kulturministeriums der RF ermöglicht und verliefen im Rahmen des Projektes

„Harms. Kandinsky. Russische Wurzel – deutsche Spur.“ Dem Publikum in München, Berlin und Dresden wurde der Scherz in einem Akt „Heiratsantrag“, der zu einem der berühmtesten Werke von Anton Tschechow gehört, präsentiert. Im Theaterstück „Tschechow. Heiratsantrag“ verflechten sich feinsinniger Humor und Reflexionen über Schönheit und Rätselhaftigkeit des unvorhersehbarsten Gefühls – LIEBE. Laut der Regisseurin Marina Korneva, es war „eine komplizierte Aufgabe nicht nur ein klassisches Werk zu präsentieren, sondern daraus mehr als ein Vaudeville zu machen.“ 

Trotz der komischen Handlung könnte das Theaterstück sowohl als philosophisch als auch psychologisch bezeichnet werden. In den lustigen Figuren sind gut die aufregenden Fragen durchzusehen, und jeder Zuschauer versucht, eine Antwort auf die Frage  „Was ist eigentlich Liebe?“ zu finden. Diese Aufführung ruft die klaren Hochgefühle hervor. Das Stück ist mit großartigen Schauspielern besetzt.

Trotz der ungewöhnlichen Theaterräumlichkeit wurde der „Heiratsantrag“ in Dresden begeistert aufgenommen.

„Ümüt-Nadjeschda“ (zu Deutsch „Hoffnung“) zu Besuch

„Ümüt-Nadjeschda“ (zu Deutsch „Hoffnung“) zu Besuch

Im Dresdner Deutsch-Russischen Kulturinstitut waren Igor Il’ič und Karla-Maria Schälike, die schon seit 30 Jahren behinderten Kindern in Kirgistan helfen, zu Besuch. Sie haben das einzigartige Hilfszentrum „Ümüt-Nadjeschda“ für Kinder und Jugendliche mit besonderen Bedürfnissen gegründet. Ihrer selbstlosen Arbeit ist es zu verdanken, dass mehr als 70% der Schüler*innen des Hilfszentrums ihre Ausbildung in allgemeinbildenden Einrichtungen fortsetzen konnten.

Trotz großen Widerstandes und sogar Drohungen haben Karla-Maria Schälike und ihr Ehemann Igor sowie viele weitere Freiwillige aus verschiedenen Ländern Therapie- und Aufklärungsarbeit geleistet, sowohl in russischer als auch kirgisischer Sprache. So wurden Kindergärten, eine Schule, Werkstätten und ein Therapiezentrum errichtet. An der Universität in Kirgistans Hauptstadt Bischkek wurden Seminare für Lehrer*innen veranstaltet, die sich sehr positiv auf die Bildungsreformen im Land auswirkten.

Karla-Maria Schälike, gebürtige Dresdnerin, hat in Tübingen Pädagogik studiert. Ende der 1970er lernte sie an der Moskauer MGU ihren späteren Ehemann, den Physiker Igor, kennen. Seit 1979 lebt das Ehepaar gemeinsam in Kirgistan. 1989 gründeten sie dann das Hilfszentrum „Ümüt-Nadjeschda“, dessen Ehrenpräsident der kirgisische Schriftsteller Tschingis Aitmatov wurde. Karla-Maria Schälike wurde für ihr einzigartiges Engagement mehrfach ausgezeichnet: 2005 wurde sie im Rahmen des Projektes »1000 Frauen für den Frieden« für den Nobelpreis nominiert, 2009 bekam sie das Bundesverdienstkreuz verliehen und 2011 den kirgisischen Orden „Danaker“. Jedoch hat der Verein stets mit finanziellen Sorgen zu kämpfen und ist auf Unterstützung angewiesen. So finanziert sich der Verein zu einem großen Teil von Spenden und seit einigen Jahren unterstützen auch junge Freiwillige aus Deutschland das Hilfszentrum.

„Von Barock bis Tango“ – Klassisches Konzert im Carl-Maria-von-Weber-Museum

„Von Barock bis Tango“ – Klassisches Konzert im Carl-Maria-von-Weber-Museum

Am 19. September 2021 haben Anna Palimina und Elena Rubinova, Leiterinnen des Jugendmusikclubs unseres Instituts, sowie die Cellistin Ekaterina Gorynina, im Rahmen unserer Kooperation mit dem Carl-Maria-von-Weber-Museum in Dresden, ein klassisches Musikkonzert mit dem Titel „Vom Barock zum Tango“ vorbereitet. Die Musiker interpretierten mit Virtuosität und Humor Werke aus drei Jahrhunderten- von Johann Sebastian Bach bis Astor Piazzolla.

«Dresden. Chronik der Tragödie»

Die Partnerstädte Dresden und St. Petersburg vereinen nicht nur den Weltruhm der Kulturhauptstädte, sondern auch die schrecklichen Wunden, die der Zweite Weltkrieg in ihrer Geschichte hinterlassen hat. Am 13. Und 14. Februar 1945 unternahmen die Westalliierten eine Reihe von Luftangriffen auf den Großraum der Stadt Dresden, Hauptstadt Sachsens. Als Folge deren wurde die historische Innenstadt fast völlig zerstört. Der bekannte Autor und Regisseur Alexei Denisov hat 2006 für den Fernsehsender „Kultura“; einen Dokumentarfilm „Dresden. Chronik der Tragödie“ gedreht. Mitglieder unseres Instituts haben aktiv bei der Schaffung des Filmes geholfen. Bei der Veranstaltung zu diesem Trauerdatum versammelten sich im Dresdner Deutsch- Russischen Kulturinstitut Vertreter von politischen Parteien und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, um mit der Ansicht des russischen Dokumentarfilmers auf diese globale Tragödie vertraut zu werden und anschließend zu diskutieren. Während der Diskussion über den Film äußerten die Diskussionsteilnehmer ihre Besorgnis über die angespannte militärische Lage in Europa.

Die Fläche der Zerstörungszone war viermal größer als in Nagasaki nach dem Atombombenabwurf der Amerikaner am 9. August 1945. Die Bombenangriffe zerstörten bis zu 75-80% des Wohngebiets in der Stadt. Gleichzeitig war der den Industriebetrieben entstandene Schaden geringer. Der Eisenbahnknotenpunkt und eine Brücke über die Elbe waren unbeschädigt geblieben. Der Eisenbahnverkehr wurde nach zwei Wochen wieder in Betrieb genommen. Truppentransporte fuhren sogar schon nach wenigen Tagen wieder. Laut der Analyse, die die historische Abteilung der US-Luftwaffe verbreitete, wurden 25.000 Menschen getötet, laut offiziellen Angaben der historischen Abteilung der britischen Royal Air Force – mehr als 50 Tausend Menschen. Später behaupteten die Westalliierten, der Überfall auf Dresden sei eine Reaktion auf die auf der Jalta-Konferenz von 1945 angeblich geäußerte Bitte des sowjetischen Kommandos, den Eisenbahnknotenpunkt der Stadt zu vernichten. Wie aus den freigegebenen Protokollen der Jalta-Konferenz folgt, die zum ersten Mal im Dokumentarfilm des Regisseurs Alexei Denisov gezeigt wurden, hat die UdSSR niemals die anglo-amerikanischen Verbündeten gebeten, Dresden während des Zweiten Weltkriegs zu bombardieren. Die sowjetische Führung hat um den Angriff auf die Eisenbahnknotenpunkte Berlin und Leipzig gebeten, was die Verlegung von etwa 20 Deutschen Divisionen und etwa 30 weiteren Divisionen von der Westfront zur Ostfront zu Grunde hatte. Gerade darum wurden Roosevelt und Churchill schriftlich gebeten. Nach Kriegsende wurden die Ruinen von Wohnhäusern, kulturhistorischen Bauten und Kirchen abgerissen. Anstelle von Innenstadt gab es nach der Enttrümmerung nur noch eine Fläche mit denmarkierten Grenzen ehemaliger Straßen und Gebäude. Die Neubebauung und Restaurierung desStadtzentrums dauerte über 40 Jahre, bis heute laufen noch die Bauarbeiten zur Rekonstruktion von historischen Gebäuden auf dem Neumarkt.