14. Sächsische Jugendgeschichtstage

14. Sächsische Jugendgeschichtstage

Jugendgeschichtstage_Sachsen_DRKIDie Jugendgeschichtstage setzen sich immer wieder mit wichtigen gesellschaftlichen Themen auseinander. Das aktuelle Spurensuche-Jahr widmete sich der dringendsten Forderung unserer Gesellschaft, dem „Frieden“.

Angesichts der aktuellen globalen Auseinandersetzungen stellen sich die Fragen: Welche Friedensbemühungen gab es damals? Welche braucht es heute? Wie kann ein friedliches Miteinander gelingen? Und was können wir selber tun?

Sie haben Geschichte aufgespürt, die so in keinem Geschichtsbuch zu lesen ist. Sie durchforsteten Dokumente, sprachen mit Zeitzeugen die ihnen Auskünfte gaben über eine Zeit, die sie selbst nicht miterlebt haben.

Rund 200 junge Menschen haben in ihren Projekten ein Stück der Geschichte aufleben lassen und sich so für ihre Heimatregion engagiert.

Dabei natürlich auch die engagierte Jugend des DRKIs. Hier stehen die Teilnehmer mit dem Landtagspräsidenten Dr. Rößler.

Weitere Informationen auch hier: https://www.landtag.sachsen.de

16. Marina Zwetajewa-Lagerfeuer

16. Marina Zwetajewa-Lagerfeuer

Am ersten Sonntag im Oktober veranstaltete das Deutsch-Russische Kulturinstitut den traditionellen literarischen und musikalischen Abend zu Ehren von M. Zwetajewa. Der Leitsatz des Abend war „Etwas tut weh… Das ist die Seele“- gewidmet den letzten Lebensjahren von M. Zwetajewa (1939-1941). Dank der Leiterin des Abends, N. L. Zagorskaya, lernten wir die Tagebuchaufzeichnungen und Gedichte der großen russischen Dichterin aus dieser Zeit kennen. Am Klavier saß unsere alte Freundin – N. Nikolaeva-Sheffler. Nach dem Konzert versammelten sich Poesie-Liebhaber und Verehrer des Werks der Dichterin um das traditionelle Zwetajewa-Lagerfeuer, und wie immer am Zwetajewa-Gedenktag wurden ihre Gedichte auf Russisch, Deutsch, Tschechisch und Ukrainisch gelesen…

25 Jahre Zerfall der UdSSR

 

Am 15. Juni fand im DRKI eine Buchvorstellung mit anschließender Podiumsdiskussion statt. Dr. Thomas Kunze (Regionalbeauftragter der Konrad-Adenauer-Stiftung für Zentralasien in Taschkent) und der Schweizer Fernsehjournalist Thomas Vogel stellten ihr aktuelles Buch „Das Ende des Imperiums. Was aus den Staaten der Sowjetunion wurde“ vor. Moderiert wurde die Veranstaltung von Heinz Eggert, ehemaliger sächsischer Innenminister. Unter den zahlreichen Gästen war auch Dr. Matthias Rößler, Präsident des Sächsischen Landtags, der nach der Buchvorstellung mit Heinz Eggert und den Autoren rege im Podium diskutierte.
Der DRKI-Vorstandsvorsitzende Dr. Wolfgang Schälike wies in seiner Begrüßung auf die fatalen schlechten Beziehungen zwischen Russland und Deutschland hin, die auch die Kulturarbeit beeinträchtigten. Anschließend erläuterten die beiden Autoren im vollen DRKI-Saal, warum die 15 Sowjetrepubliken unterschiedliche Entwicklungen durchgemacht haben. Thomas Vogel berichtete über die zielorientierte und erfolgreiche Demokratisierung der baltischen Länder, während Thomas Kunze über Besonderheiten der zentralasiatischen Länder und deren Spannungsfeld zwischen sowjetischem Erbe und muslimischen Einflüssen sprach. Die Situation Russlands in den ersten Jahren nach dem Zerfall der Sowjetunion, das unglückliche Auftreten des Präsidenten Boris Jelzin und die Erfolge Wladimir Putins in der Außen- und Innenpolitik waren ebenfalls Thema. Thomas Kunze erläuterte außerdem, dass in vielen mittelasiatischen Ländern nach dem Zerfall eine neue Identität/Kultur/Geschichte gefunden werden musste, was u.a. zu einem Personenkult wie in Turkmenistan führte (da das Land kaum nationale Geschichte vorweisen konnte). Thomas Vogel berichtete anschaulich über seine Reise in die Republik Transnistrien, die die Nostalgie nach der Sowjetunion aufrechterhält. In der Diskussion erläuterte auch Landtagspräsident Dr. Matthias Rößler seine Sicht und betonte die Wichtigkeit Russlands als Partner insbesondere auch für Sachsen. Das Herausarbeiten gemeinsamer Werte sei für die künftige Zusammenarbeit aufgrund der Krisen besonders wichtig.
Die Autoren waren sich einig, dass das „Exportieren“ von Demokratie problematisch sei und man den Ländern Zeit geben müsse. Die Rolle der Oligarchen sowie die Frage nach einer Lösung in der Ukraine wurden ebenfalls angeschnitten. Das aufmerksame Publikum diskutierte anschließend angeregt über den Einfluss der USA, die das gemeinsame Haus Europa von Lissabon bis Wladiwostok unterbinden wolle, sowie die nicht eindeutige Haltung der deutschen Bundeskanzlerin zu Russland.

Die Veranstaltung fand mit freundlicher Unterstützung des Vorsitzenden des Forum Sachsen der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik, Firmengründer und Geschäftsführenden Gesellschafter der DPFA Akademiegruppe, Herrn Prof.Dr.sc. Clauß Dietz, statt.

 

Auf den Spuren Lomonossows..

Am 18. März 2017 fuhr das DRKI mit kulturhistorisch interessierten Einheimischen, russischsprachigen Migranten und Flüchtlingen nach Freiberg ins Erzgebirge, um auf den Spuren Michail Lomonossows zu wandeln. Unsere 20-köpfige Gruppe wurde von Prof. Friedrich Naumann, der im DRKI bereits einen Vortrag über die Verbindungen des sächsischen Bergbaus in Russland gehalten hatte, begrüßt und durch die Stadt geführt. Prof. Naumann gab im Rahmen der Führung einen kurzen Überblick über die Geschichte der Silberstadt Freiberg. Die erste wichtige Station unserer Exkursion war die Gedenkstätte „Lomonossow-Haus“ – es steht an dem Ort in Freiberg, an dem der russische Universalgelehrte Lomonossow in den Jahren 1739/40 bei Bergrat Henckel studierte. Leider konnten wir das Haus nicht von innen besuchen. Anschließend bestaunten wir den Fortuna-Brunnen, an dessen Skulptur verschiedene Bergbaufiguren dargestellt sind. Im Freiberger Mariendom nahmen wir an einer Führung teil und erfuhren viele theologische und historische Besonderheiten, die dieser Dom beinhaltet. Das Eingangsportal des Doms ist auch den russischen Gästen bekannt – die Kopie des Eingangsportals steht nämlich im Moskauer Puschkin-Museum für Bildende Künste! Am Ende der Führung lauschten wir einem kleinen Konzert auf der berühmten Silbermann-Orgel, der berühmtesten Barockorgel der Welt.

Nach dem Mittagessen führte uns Prof. Naumann in die Mineralienausstellung Terra Mineralia im Schloss Freudenstein. Die Ausstellung umfasst ca. 3.500 Minerale, Edelsteine und Meteoriten aus aller Welt. Unsere Gruppe war von den besonderen Farben und Formen äußerst beeindruckt und folgte interessiert den fachmännischen Erläuterungen Prof. Naumanns.

Die Exkursion erfolgte im Rahmen des DRKI-Projekts „Dialog der Zivilisationen“, bei dem Flüchtlinge, Migranten und Einheimische verschiedenen Formen der deutschen und russischen Zivilisationen kennenlernen sollen.

Dostojewskij-Festlichkeiten 2016

 

Seit 10 Jahren steht das Dostojewskij-Denkmal zwischen Sächsischem Landtag und dem Kongresszentrum an der Elbe, aber nur wenige wissen, warum. Das DRKI hat deshalb eine Infotafel auf Deutsch, Russisch und Englisch erstellen lassen, die am 11. November 2016, dem 195. Geburtstag von Dostojewskij, enthüllt wurde. Am späten Nachmittag versammelten sich Vereinsmitglieder und geladene Gäste rund um das Denkmal. Darunter war der ehemalige Dresdner Oberbürgermeister Dr. Ingolf Roßberg, der gemeinsam mit dem DRKI-Vorstandsvorsitzenden Dr. Wolfgang Schälike die Infotafel enthüllte. Beide erinnerten in ihren Ansprachen an die Herausforderungen, mit denen das DRKI für die Errichtung des Denkmals zu kämpfen hatte. 10 Jahre hatten die Bemühungen um die Errichtung gedauert. Die Enthüllung des Denkmals hatte am 10. Oktober 2006 mit Bundeskanzlerin Angela Merkel, dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und dem sächsischen Ministerpräsidenten Georg Milbradt stattgefunden (siehe Seite Projekte).
Auch der amtierende Leiter des Russischen Hauses der Wissenschaft und Kunst in Berlin Alexander Anisimov sowie eine Vertreterin des Russischen Generalkonsulats in Leipzig gedachten in ihren Ansprachen an die Bedeutung des Denkmals und dankten Herrn Schälike und seiner Frau für ihre Bemühungen. Anschließend legten die Gäste Blumen am Denkmal nieder.

Danach wurde im DRKI der vereinseigene Film über die Enthüllung des Denkmals erstmals in der Öffentlichkeit gezeigt. Die Gäste lauschten den gefilmten Reden von Merkel, Putin und Milbradt interessiert. Danach trug Michael Zschech eine Passage aus Dostojewskijs „Idiot“ vor. Virtuose russische Klaviermusik gespielt von der Petersburger Pianistin Elena Rubinova sowie ein reichlich gedeckter Buffett-Tisch rahmten die Festveranstaltung stimmungsvoll ein. Auch Dr. Werner Barlmeyer, ehemaliger Kulturamtsleiter von Dresden, war unter den Gästen.

Im Anschluss fand die Vernissage der Fotoausstellung „Lichte Nacht“ der Petersburger Fotografin Ljudmila Volkova statt. Diese Ausstellung zeigt das DRKI gemeinsam mit der Rudomino-Bibliothek für ausländische Literatur in Moskau. Dort wurde diese Ausstellung auch konzipiert und gezeigt. Die Kuratorin der Ausstellung Maria Popova erklärte den Gästen die Ausstellungsarbeit der Bibliothek sowie die Zusammenarbeit mit der Künstlerin Ljudmila Volkova. Im Rahmen der Reihe „Kulissen von Klassikern“, bei denen ein literarisches Werk aus fotografischer Perspektive gezeigt wird, sind mehrere Fotoalben entstanden. Drei Stück über Werke von Gontscharow und Gogol überreichte Frau Popova Dr. Schälike für die Dostojewskij-Bibliothek. Die Künstlerin Ljudmila Volkova erklärte anschließend die Konzeption ihrer Ausstellung „Lichte Nacht“: Sie basiert auf Dostojewskijs Erzählung „Weiße Nächte“. Jede Schwarz-Weiß-Fotografie entspricht einer aktuellen Adresse in St. Petersburg und wird von einem Zitat aus der Erzählung begleitet. Da 2016 das offizielle Jahr des Kinos in Russland ist, wird die Ausstellung zudem von Bildern aus der Verfilmung „Weiße Nächte“ von Pyrev aus dem Jahre 1959 begleitet. Dieses besondere Zusammenspiel verschiedener Kunstformen und der neuartige Zugang zur Literatur Dostojewskijs beeindruckte das Publikum sehr.

Am 13. November 2016 legten der russische Botschafter Wladimir Grinin, der russische Generalkonsul aus Leipzig Wjatscheslaw Logutow sowie der Präsident des sächsischen Landtags Dr. Matthias Rößler Blumen am Denkmal nieder und gedachten Dostojewskij als bedeutenden Schriftsteller. Grinin und Logutow waren anlässlich der Gedenkveranstaltung des Volkstrauertags nach Dresden gekommen. Dr. Schälike erläuterte ihnen anschließend die neu errichtete Infotafel.

 

Dostojewskij-Tage 2021 in Dresden

Dostojewskij-Tage 2021 in Dresden

Das Werk des großen russischen Literaten Dostojewskij stößt in Deutschland auf außergewöhnliches Interesse. Das bestätigen neue Übersetzungen seiner Werke in die deutsche Sprache und Bühnenproduktionen in den größten deutschen Theatern. In diesem Jahr hat unser gesellschaftlicher Verein Deutsch-Russisches Kulturinstitut e.V. die Durchführung des „Dostojewskij-Jahres 2021 in Deutschland“ initiiert, für das der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer verantwortlich war. Das „Dostojewskij-Jahr 2021“ unter dem Motto „Fjodor Dostojewskij – der Dichter der Menschlichkeit“ soll einen internationalen Dialog über Identität, Werte und spirituelle Orientierung schaffen. Die Schwerpunkte liegen in diesem Jahr auf dem deutsch-russischen Dialog, dem Dialog zwischen den Generationen, der Berichterstattung über die besonderen deutsch-sächsischen Beziehungen und dem Einsatz digitaler Technologien während der Pandemie.

Fjodor Dostojewskij bereiste mehrere europäische Länder und Städte. Gemeinsam mit seiner Frau Anna Grigorjewna Dostojewskaja, geb. Snitkina, lebte er über 4 Jahre in Europa. Auch Dresden zählte zu seinen Destinationen. 2 Jahre lebte er hier.

Vieles verbindet Dresden mit Dostojewskij. Eine der emotionalsten Verbindungen ist wohl die Geburt seiner Tochter Lubov im Jahr 1869. Sie wurde von Erzpriester Alexander Rosanow in der russisch-orthodoxen Gemeinde getauft. Das Grab dieses Priesters befindet sich auf dem Dreifaltigkeitsfriedhof in Dresden. Hier ist auch Dostojewskijs bester Freund, Mäzen und Diplomat, Baron von Wrangel, begraben.

Auch eine literarische Verbindung lässt sich finden: Dostojewskij schrieb hier die erste Version seines prophetischen Romans „Die Dämonen“. Außerdem war er sein ganzes Leben lang von dem Bild der Sixtinischen Madonna inspiriert, welches sich in der Dresdner Gemälde Galerie „Alte Meister“ befindet. Eine Fotokopie dieses berühmtesten Bildes von Raphael hing über seinem Sterbebett.

Auch die Bibliothek unseres Instituts wurde damals nach Dostojewskij benannt. Heute ist diese Bibliothek mit über 25000 Titeln eine der drei größten russischen Bibliotheken in Deutschland.

Im Oktober 2006 fand an der Elbe zwischen dem Sächsischen Parlament und dem Internationalen Kongresszentrum die feierliche Eröffnung des Denkmals für den großen russischen Schriftsteller statt. Die Leiterin dieses Projekts war die Gründerin des Instituts Valerija Dmitriewna Schälike. Der russische Präsident Wladimir Putin, Kanzlerin Angela Merkel und der damalige sächsische Ministerpräsident Professor Georg Milbradt kamen zur Gedenkfeier. In den Eröffnungsreden wurde das Engagement für den Aufbau und Erhalt der deutsch-russischen Kontakte im neuen Jahrtausend gewürdigt. In der russisch-orthodoxen Kirche „zum Heiligen Simeon vom wunderbaren Berge“ in Dresden wurde bereits symbolisch der Grundstein für das zukünftige Dostojewskij-Denkmal in Dresden gelegt. Das Festival umfasste auch literarische Lesungen, Theateraufführungen und ein Filmfestival.

1996 organisierte das Deutsch-Russische Kulturinstitut e.V. die Feierlichkeiten zum 175. Geburtstag des russischen Genies schon einmal. Das wissenschaftliche Symposium „Das Prophetische in „Die Dämonen“ von Dostojewskij“ brachte erstmals die Präsidenten der deutschen, russischen, amerikanischen und anderer internationaler Dostojewskij-Gesellschaften zusammen.

Zum Jubiläumsjahr 2021 hat das Deutsch-Russische Kulturinstitut e.V. ein Konzept für das „Dostojewskij-Jahr“ entwickelt, das verschiedene Programmpunkte umfasst. Aufgrund der anhaltenden Pandemiesituation mussten Änderungen im Ablauf vorgenommen werden. Die wichtigsten Ereignisse des „Dostojewskij-Jahres“ wurden auf die 2. Hälfte des Jahres 2021 sowie auf den Anfang des Jahres 2022 verschoben und erhielten den Namen „Dostojewskij-Tage 2021/2022“. Als Partner und Teilnehmer wurden von uns die Deutsche Dostojewskij Gesellschaft e.V. (Professor Christoph Garstka), das Institut für Slawistik an der Universität Dresden (Professor Holger Kusse), die Dostojewskij-Stiftung in Moskau (Professor Igor Wolgin), die Hochschule für Wirtschaft in Moskau (Professor Vladimir Kantor), Alexander Rahr (Politologe und Publizist, Berlin) und andere eingeladen. In Dresden findet 2022 in der Sächsischen Staats- und Universitätsbibliothek (SLUB) ein runder Tisch „Gedanken an mein Dostojewskij“ mit Mitgliedern (Literaturwissenschaftlern) der Sächsischen Akademie der Künste statt. Volker Braun, Thomas Rosenlecher, Angela Kraus und Dr. Friedrich Diekmann waren sich einig, an der Diskussion teilzunehmen, die von Akademiker Peter Gosse moderiert wird. Da Fjodor Dostojewskij seit mehr als hundertfünfzig Jahren Teil des europäischen kollektiven literarischen Bewusstseins ist, werden Fragen über den wechselseitigen Einfluss der europäischen Kulturtradition und F. M. Dostojewskij behandelt. Die Zielgruppe der Veranstaltung sind Wissenschaftler, Politiker, Politikwissenschaftler, Kulturwissenschaftler, Philosophen, Studenten und alle, die sich für Dostojewskij interessieren.

Am Vorabend des Jubiläums von Dostojewskij wurde das Grab von Erzpriester Alexander Rosanow auf dem Dreifaltigkeitsfriedhof rekonstruiert. Wir haben eine Verbindung mit den Nachkommen von Alexander Rosanow in St. Petersburg, Hamburg und Paris hergestellt. Die Nachkommen und die Dresdner russisch-orthodoxe Gemeinde unterstützten die Arbeiten zur Restaurierung des Grabes finanziell. Leider konnte die geplante Teilnahme ausländischer Gäste an den Jubiläumsveranstaltungen in Dresden aufgrund der Pandemie nicht stattfinden.

Für den TV-Sender „Rossija odin“ (Russland 1) gab Wolfgang Schälike vor dem Dostojewskij-Denkmal dem Journalisten Michail Antonow ein Interview über die Wahrnehmung des großen russischen Schriftstellers und Denkers im modernen Deutschland. In der Sendung „Die Neuigkeiten der Woche mit Kisilew“ (https://www.youtube.com/watch?v=d0VCrhMUr-o) wurde anlässlich seines 200sten Geburtstages ein Beitrag über Dostojewskij ausgestrahlt (Min. 50:43 – 01:10:28). Dort sind auch Ausschnitte aus Dresden zu sehen (ab Min. 01:01:32).

Am 11. November 2021 legten der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer, der russische Botschafter in Deutschland, Sergej Netschajew, und der Vorstandsvorsitzende des Deutsch-Russischen Kulturinstituts e.V., Dr. Wolfgang Schälicke, anlässlich des 200. Geburtstages von Fjodor Dostojewskij Blumen am Denkmal in Dresden nieder. „Das zeigt, wie eng wir miteinander verbunden sind, dass wir diese deutsch-russischen Beziehungen entwickeln wollen“, sagte Kretschmer vor Journalisten. Außerdem sei das Denkmal ein Beweis dafür, „was eine Bürgerinitiative leisten kann“, da seine Installation von den Leitern einer Nichtregierungsorganisation, dem Ehepaar Schälike, initiiert worden sei. Die Reise zum Denkmal war laut Botschafter Sergej Netschajew eine Initiative der Behörden des Bundeslandes Sachsen: „Das war eine Initiative der deutschen Seite, ich bin sehr dankbar, dass Sie viel für die Stärkung der kulturellen Beziehungen tun“, sagte der russische Botschafter bei einem gemeinsamen Briefing mit Kretschmer vor Journalisten. Er erinnerte daran, dass die deutsch-russischen Beziehungen eine lange Tradition haben, die weiterentwickelt werden müssen. Man müsse die „bösen Dämonen“ aus den deutsch-russischen Beziehungen vertreiben. „Wir haben mit Deutschland eine sehr positive Agenda. Ich würde sagen, es ist absolut einzigartig für die bilateralen Beziehungen in Europa – sehr viele Projekte, sehr viele Bereiche, in denen wir Berührungspunkte gefunden haben. Wir werden „Die Dämonen“ von Dostojewskij weiter genießen, aber wir werden die bösen Dämonen aus den deutsch-russischen Beziehungen vertreiben“, sagte er. Sergej Netschajew besuchte auch das Deutsch-Russische Kulturinstitut e.V. in Dresden. Bei seinem Besuch überreichte er dem Vorstand des Instituts und Leiter des russischen Zentrums, Dr. W. Schälike, und Dr. O. W. Grossmann für ihren Beitrag zur Entwicklung der kulturellen Beziehungen zwischen Russland und Deutschland den Orden „Stern von Dostojewskij“.

Wir präsentierten unseren Gästen die vom Dostojewskij-Museum (St. Petersburg) vorbereitete Ausstellung Dostojewskij. Leben und Werke“. Ihr Motto waren die Worte von F. M. Dostojewskij: „der Mensch ist ein Geheimnis […] Ich beschäftige mich mit diesem Geheimnis, denn ich will ein Mensch sein.“ Die Ausstellung wurde von der Slawistin Hannelore Georgi ins Deutsche übersetzt und wird einem breiten deutschen Publikum in Begleitung des literarisch-musikalischen Programms „Dostojewskij – der Wahnsinn in der Musik“ von Dozentin Natalia Nikolaewa-Scheffler an der Universität Potsdam präsentiert. Denn Musik ist „[…] die gleiche Sprache, doch sie spricht das aus, was das Bewusstsein noch nicht bewältigt hat.“ (F. M. Dostojewskij). Die Reise in die musikalische Welt von Dostojewskij geht einher mit den Helden des Romans „Njetotschka Neswanowa“. Im Rahmen der Deutschen Woche in St. Petersburg im Museum F. M. Dostojewskij, erklingen Werke von Bach, Beethoven, Mendelssohn, Liszt, Rachmaninow, Rebikov und Diaz.

Im nächsten Jahr werden wir und unsere Partner neue interessante Bücher präsentieren: Andreas Gurski (Basel): „Dostojewskij. Biografie“, Alexander Nitzberg (Wien): „Подросток“ (neue Übersetzung), Vitali Konstantinow (Marburg): „FMD – Leben und Werk von Dostojewski“. (Biografie in Comics), Jan Brokken (Niederlande): „Sibirischer Sommer mit Dostojewskij (auf Deutsch).

Auch die Erstellung, Fertigstellung und Präsentation der Publikation „Geschichte des Dostojewskij-Denkmals in Dresden“ und eines professionellen interaktiven Almanachs mit Essays der Teilnehmer des runden Tisches „Mein Dostojewskij“ gehören zu den zukünftigen Projekten unseres Vereins.


Gymnasiasten aus Riesa, Bautzen und Radebeul besuchten unsere Ausflüge „Das russische Kulturerbe in Dresden“ und legten Blumen an das Denkmal des großen Schriftstellers.


Das Deutsch-Russische Kulturinstitut e.V. fördert seit fast drei Jahrzehnten den Dialog und das Verständnis zwischen Russland und Deutschland. Diesen Beitrag zu einer positiven Kommunikation zwischen den beiden Ländern und Kulturen möchte der Verein auch weiterhin leisten. Gemeinsam mit Literaturwissenschaftlern, Philosophen, Politologen und anderen Experten wird dies in Zukunft im Rahmen einer Veranstaltungsreihe geschehen, die dem 200. Jahrestag der Geburt von Fjodor Dostojewskij gewidmet ist.


Wir wollen die Geschichte vom Leben und Werke des großen russischen Schriftstellers als Teil der Weltkultur einem breiten deutschen Publikum näherbringen und diskutieren, ob mit Hilfe des literarischen Erbes Dostojewskijs eine Wiederaufnahme des offenen und konstruktiven Dialogs zwischen Russland und Deutschland möglich ist. Wir erwarten Hunderte von Besuchern aus verschiedenen sozialen Schichten zu unseren Veranstaltungen im Rahmen des „Dostojewskij-Jahres“ 2021/2022.