Auftritt des INA-Chors auf dem 30. Prohliser Herbstfest 2021

Im Rahmen des 30. Prohliser Herbstfestes 2021 hatte der Chor unserer Mitglieder eine gelungene Aufführung unter der Leitung von D. Arnst (musikalische Untermalung von A. Hofmann). Der INA-Chor wurde 1999 als soziokulturelles Integrationsprojekt gegründet und ist seit 2020 Teil unseres Vereins. In unserem Chor singen sowohl Aussiedler, Zuwanderer aus den Nachfolgestaaten der Sowjetunion als auch Einheimische. Das Repertoire des Chors umfasst Volkslieder, Schlager und Walzer in russischer, deutscher und ukrainischer Sprache.

Ein Denkmal für Dostojewskij in Dresden

Ein Denkmal für Dostojewskij in Dresden

Während der vom Deutsch-Russischen Kulturinstitut 1996 veranstalteten Dostojewskij-Festtage anlässlich seines 175. Geburtstags reifte der Plan, mit einem Denkmal an den Schriftsteller und seine Dresdner Schaffensphase zu erinnern. Nach langem Ringen wurde ein geeigneter Standort am Elbufer zwischen Sächsischem Landtag und Kongresszentrum auf der „Neuen Brühlschen Terrasse” gefunden. 2006 jährten sich neben dem 800. Dresdner Stadtjubiläum auch Dostojewskijs 185. Geburtstag und sein 125. Todestag. Erstmals fand auch der St. Petersburger Dialog in Dresden statt.

Aus dieser Summe von denkwürdigen Anlässen wurde am 10.10.2006 im Rahmen eines Festaktes das von dem Moskauer Bildhauer Alexander Rukawischnikow geschaffene Dostojewskij-Denkmal feierlich enthüllt. Die Kanzlerin der Bundesrepublik Deutschland Angela Merkel, der Staatspräsident der Russischen Föderation Wladimir Putin und der Schirmherr des Projektes, Ministerpräsident des Freistaates Sachsen, Georg Milbradt, verliehen der Enthüllung einen besonderen Glanz. In ihren Reden verdeutlichten alle drei Persönlichkeiten die Bedeutung des Schaffens Dostojewskijs für die besonderen deutsch-russischen und sächsisch-russischen Beziehungen.

Rede des Ministerpräsidenten des Freistaates Sachsen Prof. Dr. Milbradt zur Enthüllung des Dostojewskij Denkmals in Dresden am 10.10.2006

Ich freue mich, Sie hier bei der Enthüllung des Dresdner Dostojewskij-Denkmals begrüßen zu können. In den letzten 300 Jahren haben in Dresden viele Russen ihre Spuren hinterlassen. Im 19. Jahrhundert entstand sogar eine russische Kolonie mit mehr als 1500 Mitgliedern. Noch heute zeugt die Russisch-Orthodoxe Kirche in der Seevorstadt von dieser Zeit.

Fjodor Dostojewskij war einer der vielen russischen Künstler, die zeitweise in Dresden gelebt haben. Ich freue mich deshalb, dass eine dieser vielen Spuren mit dem Dostojewskij-Denkmal sichtbar gemacht wird. Sogleich bringt das Deutsch-Russische Kulturinstitut e. V. eine Dokumentation über bedeutende russische Persönlichkeiten in Dresden heraus. Damit wird ein faszinierender Teil Dresdner Geschichte wieder für viele Menschen erlebbar, für die Dresdner wie für die Gäste dieser Stadt. Es ermuntert dazu, sich dem Werk Dostojewskijs zu zuwenden, dem Propheten des 20. Jahrhunderts, wie ihn der Franzose Albert Camus genannt hat. Sogleich lädt das Denkmal dazu ein, alte sächsisch-russische Verbindungen neu zu entdecken. Wer weiß denn schon, dass die Freitreppe zu Brühlschen Terrasse vom russischen Generalgouverneur Fürst Repnin-Wolkowskij gebaut worden ist. Der Grund war ganz einfach: die Sachsen haben bei den Napoleonischen Kriegen zu spät die Seite gewechselt und waren deswegen von den Russen besetzt worden. Dieser Fürst war hier der Herrscher für eine gewisse Zeit, nachdem die Franzosen abgezogen waren. So gibt es noch viele historische Verbindungen zwischen Dresden und Russland zu entdecken. Und das Dostojewskij-Denkmal weist auf diese Spuren hin. Ich möchte mich ganz herzlich bei den Initiatoren dieses Denkmals bedanken, nämlich bei dem Deutsch-Russischen Kulturinstitut e. V. und insbesondere bei dem Ehepaar Schälike. Ich freue mich, dass es mit der Hilfe großherziger Sponsoren gelungen ist, dieses Denkmal zu errichten. Auch ihnen einen herzlichen Dank. Es ist mir eine große Ehre, das Denkmal heute im Beisein von Ihnen, Frau Bundeskanzler und von Ihnen, Herr Präsident, einzuweihen und der Öffentlichkeit übergeben zu dürfen.

Dostojewskij hat bekanntlich in Dresden und St. Petersburg gelebt. Der Petersburger Dialog, der in diesem Jahr in Dresden stattfindet, ist also der geeignete Rahmen, ein solches Denkmal zu enthüllen, was ich gleich anschließend auch tun werde.

Rede des Präsidenten der Russischen Föderation Vladimir V. Putin zur Enthüllung des Dostojewskij Denkmals in Dresden am 10.10.2006

Sehr geehrte Damen und Herren und liebe Freunde,

in erster Linie möchte ich betonen, dass ich schon längere Zeit nicht in Dresden gewesen bin und auch jetzt, wo ich angekommen bin, hatte ich nur sehr wenig Zeit mir Dresden genauer anzuschauen. Doch in jedem Fall, alles was ich bereits gesehen habe zeugt davon, dass sowohl die Bundesregierung als auch die Stadtbehörden und die Landesregierung sehr vieles für diese Stadt getan haben und sehr vieles Neues gebaut wurde. Dabei werden nicht nur die heiligen Stätten der Stadt Dresden wieder aufgebaut, sondern es entsteht auch viel neues. Viele neue Quartiere wie dieses, wo wir uns hier und heute befinden. Ich möchte mich an dieser Stelle ganz herzlich bei den Städtischen Behörden bedanken, bei den Landesbehörden und bei der Bundesregierung, dass wir heute hier anwesend sein können an diesem großen Ereignis der Enthüllung eines Denkmales für Dostojewskij, hier auf Deutschen – auf Sächsischen Boden. Ich möchte mich bei allen bedanken, die an der heutigen Veranstaltung teilgenommen haben. Es ist besonders bemerkenswert das eben in diesem Jahr, dem 800. Gründungsjahr der Stadt Dresden, die Städtischen und Landesbehörden es für möglich erachtet zu haben, dieses Jahr zum Russland – Jahr zu erklären. Es kommt nicht von ungefähr das eben im 800. Gründungsjahr der Stadt Dresden und anlässlich des 185. Geburtstages Dostojewskij ein Denkmal eben hier an dieser Stelle eröffnet wird. Einer der Leitsprüche von Fjodor Dostojewskij war die Parole: „Dass die Schönheit die Welt retten wird”.

Das bezog sich natürlich in erster Linie auf die Harmonie zwischen den Menschen. In diesem Sinne, zeugt diese symbolische Geste der deutschen Bundesregierung, der Landes- und Stadtregierung davon dass wir alle in einem gemeinsamen Europäischen Kulturraum leben. Und wir möchten alles daran setzen um unser Zusammenwirken zu festigen in dem wir uns auf die besten humanitären Europäischen Traditionen abstützen.

Ich danke Ihnen sehr.

Rede der Bundeskanzlerin Angela Merkel zur Enthüllung des Dostojewskij Denkmals in Dresden am 10.10.2006

Herr Ministerpräsident, Herr Präsident, lieber Wladimir Putin, meine Damen und Herren,

wir sind froh und ich bin froh, hier heute bei der Einweihung dieses Denkmals dabei sein zu können. Ich glaube die Platzierung dieses Denkmals zwischen Landtag und Kongresszentrum ist gut gewählt, und vielleicht ist Dostojewskij ja auch gerne an der Elbe flaniert, um seine Werke zu verfassen. Dresden war die Stadt, in der er am längsten im Ausland gelebt hat. Und dieses Denkmal ist ein Zeichen für intensive deutsch-russische Beziehungen. Ich möchte ein herzliches Dankeschön denjenigen sagen, die unermüdlich darauf gepocht haben, dass an diese Stelle dieses Denkmal kommt. Ich hoffe, dass viele Menschen nicht nur hier herum gehen, sondern vielleicht sich auch angeregt fühlen, etwas von Dostojewskij zu lesen und damit etwas von der russischen Seele kennen zu lernen. Und wie wir gehört haben, kann es auch auf Deutsch sein: es gibt gute Übersetzungen. Wenn es auf russisch ist, ist es auch ein gutes Werk für das bessere Verständnis zwischen unseren Völkern.

Ich hoffe, dass dieses Denkmal viele Anhänger findet

Leseclub

Leseclub

Das vierte Jahr treffen sich die Lyrikfreunde im DRKI e.V. zu Poesie und Prosa Lesungen. Der Kreis der Lyrikfreunde wächst, die Themen sind vielschichtig, fassen unter anderem Übersetzungen aus dem Deutschen und Englischen, sowie moderne deutsche Lyrik um. Zum wichtigen Ereignis wurde das Treffen am Ufer der Elbe gewidmet den sowjetischen Lyriker und Übersetzer Arseni Tarkowski. Auf Vorschlag des Dresdner Lyrikers Michael Zschech wurden 30 Jahre nach dem Tod des Dichters, seine Gedichte in zwei Sprachen, auf Russisch und Deutsch, vorgetragen.

Musikalische Kinder- und Jugendstube

In enger Zusammenarbeit mit dem Sächsischen Landesgymnasium für Musik und mit der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber bietet DRKI musikbegeisterten Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit zum gemeinsamen Musizieren. Rund 20 Kinder und Jugendliche musizieren gemeinsam, auch digital, jede 3 Monate findet ein Auftritt im DRKI statt. Am 23. November spielten  nach dem Auftritt der Jüngsten mit großer Hingabe und sehr ausdrucksstark die älteren Musiker aus dem Heinrich-Schütz-Konservatoriums und der Musikschule Freital. Moderiert wurde das Konzert von Leiterin der musikalischen Kinderstube ist Anna Sax-Palimina, Die Musikalische Kinderstube erhielt jetzt einen neuen Schwung. Viel Freude bereiten den Kindern die Puppenspiele. Mit Anna Sax-Palimina haben die Kinder bereits Stücke nach Werken von Schostakowitsch („Tanz der Puppen“) und Mussorgsky („Das Kinderzimmer“) inszeniert. Am Tag der offenen Tür des DRKI e.V. führte die musikalische Kinderstube das Puppenspiel „Karneval der Tiere“ nach dem gleichnamigen Werk von Camille Saint-Saens auf.

Spurensuche 2019 /  15. Jugendgeschichtstage

Spurensuche 2019 / 15. Jugendgeschichtstage

Förderung der friedensorientierten Gedenkkultur ist seit Jahren ein wichtiges Ziel des Deutsch-Russischen Kulturinstitutes e.V. Neben der Pflege des Sowjetischen Garnisonsfriedhofes in Dresden befassten wir uns mit den jungen Historikern mit den Themen „Geschichte des Sowjetischen Garnisonsfriedhofes“, „Ostarbeiter“,„Vermisste Verwandte auf russischen Friedhöfen“. Die ausführliche Übersicht über die Geschichte des Sowjetischen Garnisonsfriedhofes in Dresden und das erforschte Schicksal des Ostarbeiters Alexander Gladkow und seiner Familie während des Zweiten Weltkrieges sind im Flyer, zwei Ständen und im Kurzfilm präsentiert. Das Treffen mit dem Zeitzeugen, dem 89-jährigen Nikolai Gladkow, gab den Jugendlichen eine einmalige Gelegenheit, die Einzelheiten der Lebensgeschichte der Familie Gladkow als Zwangsarbeiter zu erleben. Wir sind stolz darauf, bei dem Auffinden des Grabes von Alexander Gladkow auf dem Nordfriedhof in Dresden mitgewirkt zu haben und den bewegten Moment des Grabbesuches von Alexander Gladkow durch seinen 89-jährigen Bruder mit den Vertretern weiterer zwei Generationen seiner Familie miterleben zu können.

Am 22. November 2019 wurden die Ergebnisse der Projektforschung zum 15. Jugend-geschichtstagen präsentiert. Es ist bewegend im Plenarsaal des Sächsischen Landtags zu sein, und grade da traten die Teilnehmer von 20 „Spurensuche“- Projekten zusammen. Taras Kolesnyk und Daniil Schewchenko haben der ersten Vizepräsidentin des Sächsischen Landtags Frau A. Dombois über das Projekt erzählt und die Fragen der Juri beantwortet. Daniil Schevchenko wurde zu einem der drei Gewinner im jährlichen Quiz

Spurensuche 2020

Spurensuche 2020


27 Jugendgruppen aus allen Teilen Sachsens, darunter das Team des DRKI e.V., beteiligten sich in diesem Jahr an „Spurensuche“. Das Thema unseres Projektes lautete „Unvollendete Geschichte: Schicksale der Deutschen aus der ehemaligen UdSSR“. Als „Russlanddeutsche” werden die Nachfahren von Siedlerinnen und Siedlern aus dem deutschsprachigen Mitteleuropa bezeichnet, die sich seit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts in verschiedenen Regionen des Russischen Reiches angesiedelt haben. Heutzutage leben viele von den „Russlanddeutschen“ unter uns in Dresden. Jede Familie hat ihr einmaliges Schicksal, das tief in der Geschichte verwurzelt ist. Im Laufe des Projektes trafen wir uns mit Menschen, die wir lange kennen, aus dem Freundeskreis des Deutsch-Russischen Kulturinstitutes e.V. Mit Natalia Saevitsch (geborene Schwabenland) erforschte unser Team die Geschichte ihrer Familie, die 1767 dem „Einladungsmanifest“ der Zarin Ekaterina II. folgend, nach Russland kam und sich in der Kolonie Straub an der Wolga ansiedelte. Die Jugendlichen haben mit verschiedenen Quellen gearbeitet: Karte der Deutschsiedlungen an der Wolga; Fotos der Urgroßeltern von 1915;  Skizze der Ansiedlung Neu Straub (1941), gemacht aus der Erinnerung heraus; Ausschnitt aus der Zeitung mit dem Foto des Großvaters Alexander Schwabenland, der zum „besten Mähdrescherführer“ ernannt wurde. Eduard Schwabenland (84 Jahre alt), erzählte in einem Interview, wie die Familie nach Sibirien deportiert wurde. Das Erforschen der Geschichte der Familie Batz hat das Team zu großer Überraschung gebracht. Die Vorfahren von Eugen Batz stammten aus der Nachbarkolonie an der Wolga – Kleinstraub.
In diesem Jahr musste vieles an die herausfordernde Situation angepasst werden. Die Sächsischen Jugendgeschichtstage als Höhepunkt der gesamten Projektlaufzeit konnten leider nur digital stattfinden. Unser Team hat zum Jugendgeschichtstag am 20. November 2020 einen Film und eine Broschüre als Präsentation der Projektergebnisse vorbereitet. Diese kann man auf unserer Homepage abrufen.

Projektergebnisse