Aslachanow Aslambek

Aslambek Achmedowitsch Aslachanow erblickte am 14. März 1942 in dem Dorf Novyje Atagi in der Tschetschenisch-Inguschetischen ASSR (Autonomen Sozialistischen Sowjetrepublik) das Licht der Welt. Er besuchte die Schule in Kirgisistan, wohin seine Familie deportiert worden war. Das Berufsleben begann er als Asphaltleger und Brigadier. Nach dem Wehrdienst studierte er an der Staatlichen Pädagogischen Universität in Charkow. Er arbeitete als Dozent am Institut für Bergbau, als Fahndungsbeamter und Oberinspektor für Verbrechensbekämpfung, in der Kriminalforschung, aber auch bei der Errichtung der Baikal-Amur-Magistrale. Nach seinem Studium an der Akademie des Innenministeriums bekleidete er eine Vielzahl von wichtigen Positionen in den Bereichen Rechtsordnung und Verbrechensbekämpfung. Er war Chef der zeitweiligen Administration von Inguschetien, später Professor am Lehrstuhl für Kriminalpolitik und Recht an der Akademie des Innenministeriums.

1999 wurde Aslachanow als einziger tschetschenischer Abgeordneter in die Staatsduma entsandt, wo er der Fraktion „Vaterland – Ganz Russland” angehörte. Bei den umstrittenen Wahlen im Oktober 2003 kandidierte er gegen den im Volk unbeliebten, jedoch von Moskau protegierten Achmat Kadyrow als tschetschenischer Präsident. Nach Umfragen aussichtsreich im Rennen liegend, zog Aslachanow jedoch seine Kandidatur zurück und ließ sich von Wladimir Putin als dessen Berater anwerben. Die Frankfurter Rundschau vom 16. September 2003 schilderte den Vorgang so:

Zuerst nahm sich der Kreml Aslachanow vor. Wegen angeblicher Formfehler wurde vor der tschetschenischen Wahlkommission die Annulierung seiner Kandidatur beantragt. Aslachanow hatte verstanden. “Aslambek rief Putin an und sagte: An einer solchen Farce wie dieser Wahl nehme ich nicht teil”, sagte der FR ein tschetschenischer Gesprächspartner Aslachanows. “Putin entgegnete: Das ist Ihr gutes Recht – und bot Aslambek an, sein Mitarbeiter für Kaukasusfragen zu werden.”
Nach dem Überfall tschetschenischer Terroristen auf eine Schule im September 2004 reiste Aslambek Aslachanow – von Putin dazu autorisiert – nach Beslan, um mit den Geiselnehmern zu verhandeln. Tragischerweise kam er zu spät, um die Erstürmung der Schule durch Sicherheitskräfte, die in ein Blutbad mündete, noch zu verhindern. – Bereits bei der Geiselnahme im Moskauer Dubrowka-Theater im Oktober 2002 war Aslachanow in die Verhandlungen mit den Terroristen einbezogen. Für seine Verdienste bei der Geiselbefreiung in Mineralnoje Wody 1988 wurde ihm der Orden des Roten Sterns verliehen.