„Schneesturm“ in Dresden – herzlich willkommen!

Kunst verbindet – ARTCONNECTSPEOPLE

Der Oktober in diesem Jahr war reif an Theateraufführungen aus Russland. Die Idee, dass die Kunst zum besseren Verständnis verschiedener Kulturen beiträgt, wurde dem Partnerprojekt von Baschkortostan, Deutschland und Niederlande zu Grunde gelegt und den Namen „Kunst verbindet“ gegeben.

2008 wurde das Projekt vom UNESCO Komitee der Russischen Republik Baschkortostan initiiert und konzeptioniert. 2013 wurde dieses Projekt im UNESCO-Hauptquartier in Paris vorgestellt. Es ist eine Netzwerkinitiative deutscher, baschkirischer und niederländischer Bürger. Die Aufführung in Dresden wurde von ДРУЖБА-DRUZHBA Dresden Hochschulgruppe an der TU Dresden unterstützt. Eine herzliche Beziehung verbindet das DRKI mit DRUZHBA, mit Freude haben wir die Aufführung des „Schneesturmes“ von Alexander Pushkin in der St. Pauli Ruine besucht. Die Darstellung der Schauspieler und die Regie des Staatlichen Akademischen Russischen Dramatheater der Republik Baschkortostan kann man nur bewundern! Die Aufführung wurde glänzend vom Amsterdam Consort, das aus baschkirischen und niederländischen Musikern bestand, begleitet.

Ein hervorragender Abend voller Wärme und Freude! Kein Zweifel: Kunst und Kultur bringt Menschen zusammen!

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Wer das Stück nachhören möchte, ist hier herzlich willkommen:

„Tschechow. Heiratsantrag“ in Dresden

Das Theater des Jungen Zuschauers „Nebolshoi Theater“ aus Uljanowsk war am 17. Oktober zu Gast im Deutsch-Russischen Kulturinstitut in Dresden.

Die Gastspiele des Theaters wurden dank der Unterstützung des Kulturministeriums der RF ermöglicht und verliefen im Rahmen des Projektes

„Harms. Kandinsky. Russische Wurzel – deutsche Spur.“ Dem Publikum in München, Berlin und Dresden wurde der Scherz in einem Akt „Heiratsantrag“, der zu einem der berühmtesten Werke von Anton Tschechow gehört, präsentiert. Im Theaterstück „Tschechow. Heiratsantrag“ verflechten sich feinsinniger Humor und Reflexionen über Schönheit und Rätselhaftigkeit des unvorhersehbarsten Gefühls – LIEBE. Laut der Regisseurin Marina Korneva, es war „eine komplizierte Aufgabe nicht nur ein klassisches Werk zu präsentieren, sondern daraus mehr als ein Vaudeville zu machen.“ 

Trotz der komischen Handlung könnte das Theaterstück sowohl als philosophisch als auch psychologisch bezeichnet werden. In den lustigen Figuren sind gut die aufregenden Fragen durchzusehen, und jeder Zuschauer versucht, eine Antwort auf die Frage  „Was ist eigentlich Liebe?“ zu finden. Diese Aufführung ruft die klaren Hochgefühle hervor. Das Stück ist mit großartigen Schauspielern besetzt.

Trotz der ungewöhnlichen Theaterräumlichkeit wurde der „Heiratsantrag“ in Dresden begeistert aufgenommen.

13. Internationales Marina Zwetajewa-Lagerfeuer

13. Internationales Marina Zwetajewa-Lagerfeuer

„Wellen, Marina, wir Meer! Tiefen, Marina, wir Himmel.“ (Rainer-Maria Rilke)

„Wir rühren uns. Womit? Mit Flügelschlägen…“ (Marina Zwetaejwa)

Traditionell im Oktober hat das Deutsch-Russische Kulturinstitut zu Ehren der großen russischen Dichterin Marina Zwetajewa das Lagerfeuer veranstaltet. Das Programm des Abends war vielfältig. In einem musikalisch-literarischen Gesprächskonzert wurde die poetische Prosa von M. Zwetaejewa „Mutter und die Musik“ auf Deutsch und Russisch vorgetragen. Die Berliner Pianistin Natalia Nikolaewa hat brillant die Lesung musikalisch begleitet. Es klangen „Papillons“ von Robert Schumann und Präludium in g-moll von  Sergej Rachmaninow. Der polnische Dirigent und Komponist Karol Borsuk war bei uns zu Gast. Er hat speziell für diese Veranstaltung das Musikstück „Auf Spuren von Zwetajewa“ komponiert, das  N. Nikolaewa aufgeführt hat. Karol Borsuk ist ein Verehrer von der Zwetajewas Lyrik, er hat am Lagerfeuer noch ihre Gedichte auf Polnisch vorgetragen.

Doch ein wichtiges Thema in diesem Jahr war der Roman in Briefen – der Briefwechsel  zwischen den Dichtern M. Zwetajewa und R.-M. Rilke. Der Rißweg auf dem  Weißen Hirsch hat  die beiden Poeten verbunden: Marina Zwetajewa hat im Sommer 1910 im Norwegischen Haus am Rißweg 14 mit dem Vater und Schwester einige Wochen verbracht, Rainer Maria Rilke war zwischen den prominenten Gästen am Rißweg  39 im Lokal „Erholung“ während seiner Kuraufenthalten im Lahmann Sanatorium in den Jahren 1901 und 1906.  In einer Biographie über M. Zwetajewa steht der Satz: „Hier haben sich endlich zwei  getroffen, die einander verstehen und die gleiche Sprache sprechen, der todkranke Österreicher und die ebenfalls heimatlose, dem Leben schutzlos ausgelieferte Russin…“

Olga Nazarowa von „Raduga“ hat die Elegie von Rilke und das Poem „Zum neuen Jahr!“ von Zwetajewa vorgetragen.  Nach seinem Tod ist die Dichterin fast stillgeworden. Es sind viel weniger Gedichte im Vergleich zu bevorstehenden 17 Jahren (fast 1500!) entstanden. Danach wendet sie mehr zu der biografischen Prosa und der Literaturkritik.

Die Mitarbeiterin der Dostojewski- Bibliothek des DRKI Elena Kusnetsowa hat für das Lagerfeuer die „Pieta“ von Rilke, und „Magdalena“ von Zwetajewa und Pasternak ausgewählt.

Die  jungen Historiker haben das Projekt „Rilke in Dresden“  präsentiert. Nicht nur lokale Geschichte  und das Suchen nach Spuren von Rilke in Dresden hat allen in diesem kleinen Team zusammengebracht, sondern auch die Lyrik! Liza Bettner, Ivan Podgorny und Eugen Batz haben die vom Herzen ausgewählten Gedichte vorgetragen.

Am diesen Abend am Lagerfeuer klangen Gedichte auf Polnisch, Russisch, Französisch, Georgisch und Deutsch…