Deutschland und Russland – Wie weiter?

Deutschland und Russland – Wie weiter?

„Deutsch und Russland – Wie weiter?“ lautete der Titel der Buchvorstellung zum gleichnamigen Buch von Wolfgang Gehrcke und Christiane Reymann. Das Interesse war überwältigend, der Saal war rappel voll und sogar in der Küche nahmen viele Interessenten Platz. 2 Stunden Stehen nahmen manche Besucher gern in Kauf, um zu erfahren, was eine Lösung für den weiteren Umgang in den deutsch-russischen Beziehungen sein kann. 

Gehrcke und Reymann sprachen sich dafür aus, dass die Eiszeit unter beiden Ländern beendet werden soll. In Ihrem Buch sowie in der Vorstellung stellten sie Ursachen und Hintergründe für die „Eiszeit“ zwischen beiden Ländern vor. Sie beschreiben jedoch nicht nur die Ursachen sondern gaben auch Empfehlungen für ein besseres Miteinander aus.

Sie hoben die besondere Aufgabe von „Kultur als Friedensinstrument“ vor. Es wurde gefordert, dass Russland uns nicht zum Feind gemacht wird. Ein Weg um wieder eine Beziehung zwischen beiden Ländern aufzubauen ist es nicht jede Sanktion mit einer Gegensanktion, in einer Art Spirale, zu versteifen. Hier lege eine besondere Rolle bei Deutschland und nicht so stark bei den anderen Ländern. 

Sie äußerten den Wunsch an die aktuellen politisch Verantwortlichen eine andere und bessere Politik durchzuführen. Bei der Betrachtung der Beziehung zu Russland sollten auch mehr Demut aufgrund der Kriegsverbrechen vorhanden sein, dies sei die moralische Seite.

Um ein besseres Verständnis zwischen beiden Ländern zu erreichen ist ihrer Meinung wichtig, dass Kulturvereine sowie Städtepartnerschaften wieder stärker mit Leben gefüllt werden.

Weitere Impressionen des Abends

Fotos: Dietmar Groschischka

„Planetarisches Bewusstsein“ – Wie Tschingis Aitmatow Europa und die islamische Welt verbindet

„Planetarisches Bewusstsein“ – Wie Tschingis Aitmatow Europa und die islamische Welt verbindet

Am 16. Januar 2019 konnten wir Frau Dr. Irmtraud Gutschke bei uns im DRKI begrüßen. Frau Dr. Gutschke ist viel gereist, um mit dem kirgischstämmigen Schriftsteller Tschingis Aitmatow mehrfach zu sprechen. Ein wahrer Segen für alle Interessierten. Sie berichtete von Ihren Treffen mit Aitmatow. Bewunderswert war über die vielfältige Arbeit von Aitmatow zu erfahren. Er hatte zum Beispiel zu Zeiten des Kalten Krieges  Publizisten (Multiplikatoren) zu sich zum Issyk-Kul See eingeladen, um über den Weltfrieden zu sprechen. Aus dieser Idee entstand das Issyk-Kul-Forum entstanden, an welchem auch Frau Dr. Gutschke teilgenommen hat.

Frau Dr. Gutschke berichtete des Weiteren über die verschiedenen Werke von Aitmatow und seinem Heimatland Kirgisistan. Kirgisistan ist seit der Islaminisierung im 10. bis 19. Jahrhundert bis heute eher muslimisch geprägt. Zeit seines Lebens setzte sich Aitmatow für den Weltfrieden und sprach vom „Planetarischem Bewusstsein“, dass alle Völker auf einem Planeten leben und sich entsprechend verhalten sollten.

Nach dem Vortrag von Dr. Gutschke haben die Teilnehmer die Chance genutzt und sich über Europa und die islamische Welt sowie ihre jeweiligen Meinungen auszutauschen. Ein Abend der die vielfältigen Perspektiven zu Europa, Deutschland, Sachsen, Dresden und dem Island zeigte.

Weitere Impressionen des Abends.

Empfang des DRKIs – Russisches Altes Neujahr

Empfang des DRKIs – Russisches Altes Neujahr

Am 13. Januar 2019 feierten Gäste und Mitglieder des DRKIs sowie ihre Familien aus unterschiedlichen Herkunftsländern das traditionelle russische Altes Neujahr im DRKI. Nach musikalischen Darbietungen durch Elena Rubinova und ihren Töchtern, sang die Opernsängerin Anna PalmininaDie anwesenden Spätaussiedler_innen konnten den anderen Teilnehmer_innen ein Stück ihrer Kultur zeigen und sie daran teilhaben lassen. Anschließend kam ein interkultureller Austausch zustande, welcher gegenseitiges Verständnis, Toleranz und das Gemeinschaftsgefühl stärkte. Zudem konnte der Verein auf sein Wirken aufmerksam machen. Das Deutsch-Russische Kulturinstitut wird die Tradition des russischen Alten Neujahres auch in den weiteren Jahren erhalten, pflegen und weitergeben.

Das „alte Neujahr“ entstand in Russland aufgrund der Abschaffung des Julianischen Kalenders und der Umstellung auf den Gregorianischen Kalender im Jahr 1918, also vor über 100 Jahren. Nach Julianischem Kalender hätte man am 14. Januar den 1. Januar gehabt. Da die russische orthodoxe Kirche bis heute den julianischen Kalender nutzt, ist der Brauch, das alte Neujahr zu feiern, auch bis heute im Volkstum bekannt.

Nach den kulturellen Darbietungen erfolgte ein Austausch bei traditionellem russischem Essen statt.

Leseklub des Deutsch-Russischen Kulturinstituts Dresden e.V.

Leseklub des Deutsch-Russischen Kulturinstituts Dresden e.V.

Ende 2017 nach dem Lagerfeuer Marina Zwetajewa haben wir uns erstmalig zusammengetroffen. Jeder wollte im Kreis von Lyrikfreunden ein gemütliches Stündchen verbringen: Gedichte vorlesen, über Bücher sprechen sowie Impressionen austauschen. Wir fragten uns: Gelingt es uns, auf ständiger Basis einen Lesekreis durchzuführen? Wir hatten Glück!

Nach zwei, drei Treffen war es klar, dass diese Treffen uns allen viel Freude bereiten! Im Laufe des Jahres waren unsere Abende verschiedenen Themen gewidmet: Der Lyrik von Marina Zwetajewa und Boris Pasternak, Alexander Brodsky, Bella Achmadullina, Bulat Okudzhawa, Ewgenij Ewtuschenko und Rainer Maria Rilke. Zum Gedenktag am 8. Mai haben wir Gedichte von sowjetischen Dichtern vorgelesen.

Den letzten Leseabend im Jahr 2018 widmeten wir Weihnachten und christliche Geschichten. Vor Weihnachten schafft so eine Lesung eine besondere weihnachtliche Stimmung!

Wenn alle Mitglieder des Lesekreises teilnehmen, sind wir zehn Personen. Hier wird insbesondere russische Literatur behandelt, aus diesem Grund unterhalten wir uns meistens russisch. Sehr spannend ist, dass einzelne Mitglieder des Kreises selber dichten und so unser Stündchen entsprechend bereichern.

Interesse teilzunehmen? Wir freuen uns auf jeden, der Lust hat, im gemütlichen Kreis der Poesiefreunde auf der Zittauer Straße, 29 ein Stündchen zu verbringen! Weil wir uns unregelmäßig treffen kontaktiere uns, um den nächsten Termin zu erfahren: drkidresden@localhost oder Tel. 0351 8014160.

ein Treffen zwischen deutschen und russischen Jugendlichen

Im Russischen Zentrum des Deutsch-Russischen Kulturinstituts Dresden fand unter der Leitung des Fachleiters Vitaly Kolesnyk das Jugendtreffen zum Thema „Einführung in die Geschichte des ‚russischen Dresdens‘“. An dem Projekt nahmen die Schüler*innen und die Direktorin Valentina Volkova der russischen Schule aus der St. Petersburger Vorstadt Sertlovo №2 teil, die auf unsere Einladung hin bei Schüler*innen des Beruflichen Gymnasiums Oelsnitz sowie bei Studierenden der Universität Leipzig und Mitgliedern des Leipziger Jugendklubs „Iuventus“ untergebracht wurden.

In Vorbereitung auf den Besuch der sächsischen Landeshauptstadt beschäftigten sich die Jugendlichen mit Lehrmaterialien, die den russischen und deutschen Lehrer*innen vom Russischen Zentrum zur Verfügung gestellt wurden. Während der eintägigen Exkursion durch Dresden hatten die Jugendlichen dann Gelegenheit, ihr neu erworbenes Wissen zu verfestigen. Besucht wurde die Russisch-Orthodoxe Kirche, wo wir den Erzpriester Georgi Dawidow trafen und die angehende Russisch- und Englischlehrerin Alisha Schädlich uns von der Geschichte der Kirche erzählte. Danach begaben wir uns auf „russische Spuren“ ins historische Stadtzentrum und bewunderten das Dostojewskij-Denkmal, welches 2006 vom russischen Präsidenten Vladimir Putin, Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem sächsischen Ministerpräsidenten Georg Milbradt eingeweiht wurde.

Der Vorstandsvorsitzende des Deutsch-Russischen Kulturinstituts Dr. Wolfgang Schälike berichtete unseren Gästen von den kontrovers diskutierten sowjetischen Militärgedenkstätten in Dresden. Anschließend legten die russischen und deutschen Schüler*innen und Studierende sowie ihre Lehrer*innen am Sowjetischen Ehrenmal in Dresden für die im Zweiten Weltkrieg gefallenen sowjetischen Soldaten – das erste nach dem Zweiten Weltkrieg für sowjetische Soldaten errichtete Denkmal in Deutschland – nieder. Bei Pelmeni, russischen Süßigkeiten und Tee ließen wir den Projekttag im Russischen Zentrum ausklingen. Dabei zeigten wir unseren Gästen den Film „Russische Spuren in Dresden“ von Valerija Schälike und Sabina Schälike-Wermter und antworteten auf die zahlreich gestellten Fragen.