Lesung „Bahnhof zur Hölle – Eine persönliche Auseinandersetzung zum Thema ‚Sterbenlassen durch Hunger und Kälte im Russenlager‘“
19.06.2026 um 18:00 – 20:00
Am 22. Juni 2026 jährt sich zum 85. Mal der Überfall Deutschlands auf die UdSSR. Bereits
wenige Wochen nach dem Überfall im Jahr 1941 kamen die ersten Kriegsgefangenen am
Bahnhof Jacobsthal an und wurden in das vorher eingerichtete Lager, das ca. 200 vom Bahnhof
entfernt lag, verbracht.
Über die Zustände im Lager und wie die Bevölkerung der umliegenden Dörfer mit dem Lager
während des Zweiten Weltkrieges und danach umgingen und noch umgehen schreibt der
Autor Hartmut Sommerschuh, dessen Familie Wurzeln in Jacobsthal hat, in einem
Zeitungsartikel.
Der Förderverein Gedenkstätte Ehrenhain Zeithain e. V. erwarb im vergangenen Jahr das
denkmalgeschützte Bahnhofsgebäude und damit das einzig noch erhaltene Bauwerk im
Zusammenhang mit dem Kriegsgefangenenlager, welches nun zu einem würdigen Ort des
Erinnerns und Gedenkens gestaltet werden soll.
An diesem Bahnhof kamen nachweislich 275.000 Kriegsgefangene aus der UdSSR, aber auch
aus anderen Ländern, die von Deutschland überfallen wurden, an, zum Beispiel aus Polen,
Serbien, Italien, Frankreich, Großbritannien. Im Lager Jacobsthal kamen ca. 25.000 bis 30.000
Kriegsgefangene durch Mangelhygiene und Unterernährung ums Leben, von denen ca. 24.000
namentlich bekannt und auf vier sowjetischen und einem italienischen Friedhof ihre letzte
Ruhe fanden.